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Gelungene Premiere: großer Applaus für die ersten Aufführungen des „Margetshöchheimer Gelöbnis“

Es war ein gelungener Auftakt zu den 800-Jahrfeierlichkeiten im nächsten Jahr: am 8. Mai feierte das historisch inspirierte Theaterstück „Margetshöchheimer Gelöbnis“ Premiere in der fast ausverkauften Margarethenhalle, am Ende gab es vom begeisterten Publikum Jubelrufe und Standing Ovations.

Die Premiere war gelungen und gut besucht

„Wir freuen uns sehr, dass die ersten Vorstellungen so gut angekommen sind. Mit dem Theaterstück und den Inszenierungen im Hof ist der Dorfgemeinschaft und allen Mitwirkenden etwas ganz Besonderes gelungen“, sagt die Vorsitzende des MainART-Kulturvereins Brigitte Laudenbacher. Rund 600 Besucher und Besucherinnen aus nah und fern haben die ersten drei Vorstellungen besucht.

Dorfprojekt mit inklusivem Charakter

Besonders am „Margetshöchheimer Gelöbnis“ sind nicht nur die Thematik und der historische Ursprung, sondern auch die Umsetzung. Insgesamt wirken an der Neuinszenierung des Theaterstücks rund 100 Akteure mit. Dass es zur anstehenden 800-Jahrfeier wieder auf die Bühne kommt, ist Brigitte Laudenbacher zu verdanken – sie hatte das alte Skript im Gemeindearchiv. Die Gemeinde Margetshöchheim unterstützt das Jubiläumsprojekt tatkräftig und finanziell.

Ein besonderes Merkmal ist der inklusive Ansatz, denn auch Menschen mit Behinderungen wirken an dem Theaterstück mit. In Zusammenarbeit mit den Mainfränkischen Werkstätten Würzburg wurden in der dortigen Schreinerei und dem Fachbereich „Kunst & Kultur“ die Bühnenbilder von Menschen mit Handicaps gefertigt. Und im Vorprogramm präsentiert das Theater Augenblick ein Puppentheater für Klein und Groß. „Benachteiligte einzubeziehen, ist uns ein wichtiges Anliegen“, erklärt Brigitte Laudenbacher.

Der inklusive Ansatz beim „Margetshöchheimer Gelöbnis“ wird vom Freistaat Bayern gewürdigt: der MainART-Kulturverein bekommt für das Theaterstück 27.000 Euro Förderung aus dem Kulturfonds Bayern. Der Margetshöchheimer Landtagsabgeordnete Björn Jungbauer bezeichnet die Inszenierung als „eines der ambitioniertesten Kulturprojekte der Region“. 

Uraufführung im Jahr 1952

Das Theaterstück wurde vor 75 Jahren in Margetshöchheim uraufgeführt und für die zeitgenössische Inszenierung vom renommierten Regisseur Carsten Steuwer (Theater Chambinzky) behutsam adaptiert und erweitert. In der Urfassung umfasste es vier Szenen: in der Spinnstube zu Margetshöchheim, auf der Festung, im Bauernlager und beim Schultheißen. Walter Heinrich erinnert sich noch gut daran – er ist der letzte noch lebende Margetshöchheimer, der damals selbst auf der Bühne stand. Heinrich sprach die Prologe sowie das Schlusswort – seinen Text kann der Senior zum Teil heute noch auswendig. Die Proben und Umkleiden wurden damals in der Volksschule durchgeführt, die Aufführungen fanden 1952 im Rathaushof statt.

Das Stück bringt zum Lachen und regt zum Nachdenken an

Margetshöchheim im Jahr 1525: Im Kampf für Freiheit und Rechte lehnt sich das einfache Volk gegen die Obrigkeit auf. Der Schwarze Haufen von Florian Geyer setzt zum Sturm auf die Festung an – werden die Margetshöchheimer Bauern mit ihm ziehen? Was wird aus Christophs verbotener Liebe zur Bauerstochter Margret? Und wird das Dorf von den grausamen Rachefeldzügen des Adels verschont? Das „Margetshöchheimer Gelöbnis“ bringt zum Lachen, regt zum Nachdenken an und stellt die Frage, wie weit man bei der Verteidigung eigener Werte gehen soll. 

Um das Publikum in die Zeit des Mittelalters einzustimmen, wird im Hof der Margarethenhalle an allen Aufführungstagen ein kleines Lager mit teils wechselndem Programm inszeniert. Ausstellungen über historische Handwerksberufe, eine Broschüre über den historischen Kontext sowie eine Fotoausstellung über die Uraufführung des Theaterstücks im Jahr 1952 runden das Rahmenprogramm ab. 

Am kommenden Wochenende finden noch drei Aufführungen statt:

Freitag, den 15. Mai um 19:30 Uhr: Theaterstück „Margetshöchheimer Gelöbnis“ 

Ab 17:00 Uhr Vorprogramm und Gastronomie: Vorführungen am Spinnrad, Wahrsagerei, Illuminierung mit Öllampen, Puppentheater der Mainfränkischen Werkstätten, Jonglage, Gaukler und alte Spiele (Schule); Geräucherter Fisch, Käse- und Schinkenplatte, Weine, Bier, Sekt und alkoholfreie Getränke, Bratwurst, Käsestangen Kaffee, Kuchen und Margaretentaler

Samstag, den 16. Mai um 19:30 Uhr: Theaterstück „Margetshöchheimer Gelöbnis“ 

Ab 17:00 Uhr Vorprogramm und Gastronomie: Vorführungen am Spinnrad, Wahrsagerei, Illuminierung mit Öllampen, Puppentheater der Mainfränkischen Werkstätten, Märchenerzählerin; Geräucherter Fisch, Käse- und Schinkenplatte, Weine, Bier, Sekt und alkoholfreie Getränke, Bratwurst, Kaffee, Kuchen und Margaretentaler

Sonntag, den 17. Mai um 18:30 Uhr: Theaterstück „Margetshöchheimer Gelöbnis“, anschließend Abschlussfeier mit allen Mitwirkenden

Ab 16:00 Uhr Vorprogramm und Gastronomie: Vorführungen am Spinnrad, Wahrsagerei, Illuminierung mit Öllampen, Puppentheater der Mainfränkischen Werkstätten, Märchenerzähler; Geräucherter Fisch, Käse- und Schinkenplatte, Weine, Bier, Sekt und alkoholfreie Getränke, Bratwurst, Käsestangen, Kaffee, Kuchen und Margaretentaler

Karten kosten im Vorverkauf 15 / 18 / 20 Euro (an der Abendkasse 2 Euro Aufschlag). Tickets gibt es im Bürgerbüro (Rathaus) oder online mit Sitzplatzreservierung unter www.mhh-geloebnis.de. Dort finden Sie auch Informationen zum Theaterstück und Eindrücke vom Ensemble.

Außerdem ist das „Margetshöchheimer Gelöbnis“ auf Instagram: https://www.instagram.com/mainartkulturverein/

Das Theaterstück spielt in turbulenten Zeiten… Auf der Bühne wirken zahlreiche Laiendarsteller aus dem Dorf und einige Profis mit. Am Ende der Premiere klatschte das begeisterte Publikum Standing Ovations für das „Margetshöchheimer Gelöbnis“. (Foto: Rene Anderl)
Zeitzeuge Walter Heinrich kann sich noch genau erinnern, wie das „Margetshöchheimer Gelöbnis“ 1952 uraufgeführt wurde. Er stand damals als 12-Jähriger selbst auf der Bühne. (Foto: Tina Göpfert)
Dieses Bild in Walter Heinrichs Fotoalbum zeigt die Theatergruppe vom „Margetshöchheimer Gelöbnis“ beim Festzug des Margaretenfests 1953. (Foto: Tina Göpfert)